Apples Milliardengewinne rufen Kritiker auf den Plan

18 Milliarden Dollar in einem Quartal – diese unglaubliche Summe verbuchte der Apple-Konzern für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2014 als Gewinn. Dies veranlasst manche Börsenanalysten dazu, in Ehrfurcht zu erstarren und die vielen Innovationen zu preisen, die das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren hervorgebracht hat. Andere sehen in den exorbitanten Gewinnen einen deutlichen Hinweis darauf, dass bei Apple einige Dinge im Argen liegen.

Branchenkenner: Das iPhone ist überteuert

Einer der Grundpfeiler von Apples Geschäftsstrategie ist die Weiterentwicklung des iPhone, das bei seiner Einführung im Jahr 2007 eine Revolution im stark umkämpften Handymarkt auslöste. Das Konzept der touchscreengestützten Bedienung war zwar keineswegs neu, doch Apple gelang es, ein internetfähiges Gerät mit einer bis dahin nie gekannten Usability zu konstruieren. Der technologische Vorsprung ist mittlerweile dahingeschmolzen – dennoch wird jedes neue Modell automatisch zum Kassenschlager.

Der beispiellose Erfolg des iPhone, so die Kritiker, basiere in der Hauptsache auf einem geschickten Marketing, bei dem die berühmten Produktpräsentationen vor der Weltpresse eine wesentliche Rolle spielten. Seit dem Ableben des legendären Firmengründers Steve Jobs wird diese Aufgabe von seinem Nachfolger Tim Cook übernommen. Die Kernaussage ist immer dieselbe: Das neue Produkt sei das beste Smartphone, das man je gebaut habe.

Die Herstellungskosten des iPhone 6 liegen mit durchschnittlich 224 Dollar auf dem gleichen Niveau wie beim Vorgänger iPhone 5. Der Verkaufspreis hat sich jedoch um mehr als 100 Dollar erhöht. Die Gewinnmarge kletterte dadurch auf satte 24 Prozent. Nach eigenen Angaben verdient Apple sein Geld zu 69 Prozent durch iPhone-Verkäufe.

Mangelhafter Datenschutz

Seit einiger Zeit steht der Vorwurf im Raum, Apple habe die Sicherheit seiner chinesischen Kunden an den Staat verkauft. Laut einem Bericht der Zeitung „Beijing News“ soll der CEO Tim Cook es dem Internet-Unternehmer Lu Wei gestattet haben, an einigen Geräten Sicherheitschecks durchzuführen.

Die Befürchtung, dass chinesische Behörden nun versuchen könnten, Zugang zum iOS-Quellcode zu erlangen, ist keineswegs unbegründet: Bereits vor rund 20 Jahren etablierte die KP die „Great Firewall Of China“, die faktisch einer Zensur von Webinhalten gleichkommt. Durch das Ausnutzen von Sicherheitslücken im iOS-Betriebssystem würde der generalstabsmäßigen Überwachung der Bürger Tür und Tor geöffnet.

Dass es der wertvollste Konzern der Welt mit dem Datenschutz nicht immer so genau nimmt, lässt sich unter anderem daran festmachen, dass das iPhone standardmäßig den aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers aufzeichnet. Apple hingegen verweist darauf, dass Cook sich in einem offenen Brief klar zu den Datenschutzrichtlinien des Unternehmens bekennt. Die Privatsphäre der Kunden, so Cook, werde durch eine „starke Verschlüsselungstechnik“ geschützt.

Acht Suizide von Arbeitern seit 2010

Beim Apple-Zulieferer Foxconn hat es seit 2010 offiziell acht Selbstmorde von Arbeitern gegeben. Der letzte Suizid ereignete sich im September 2014. Dass dies kein Zufall, sondern die Folge ausbeuterischer Methoden ist, liegt für viele Analysten auf der Hand. Zwar verwies Apple immer wieder auf seine Bemühungen, die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit in den Fabriken zu verbessern. Bisher ist es jedoch bei Lippenbekenntnissen geblieben.

Insiderberichten zufolge sich die Zustände in den Werken zuletzt sogar noch verschlimmert haben. Der Grund: Da die Löhne in China aktuell stark ansteigen, sehen sich Konzerne wie Foxconn dazu genötigt, die Arbeitsleistung zu erhöhen. Das wöchentliche Pensum liegt laut Angaben von Arbeitern bei rund 80 Stunden pro Woche; zudem sei der psychische Druck enorm, da die Beschäftigten die Toilette nur zu einem festgelegten Zeitpunkt aufsuchen dürfen.

Das erste Ubuntu-Smartphone kommt auf den Markt

Unix-Fans dürfen sich freuen: Am kommenden Montag ist es endlich soweit – das weltweit erste Ubuntu-Smartphone kommt in den Handel. Wie der englische Linux-Distributor Canonical mitteilte, wird das umgerechnet ca. 180 CHF teure Gerät ab dem 09. Februar 2015 verfügbar sein.

Das Aquaris E4.5, so die Bezeichnung des mit Spannung erwarteten Mobiltelefons, markiert das vorläufige Ende einer langen Entwicklungsphase. Bereits vor drei Jahren war in Fachkreisen darüber spekuliert worden, wann sich ein Hersteller findet, der in den stetig wachsenden Linux-Markt einsteigen möchte. Mit der spanischen Firma BQ hat Canonical nun einen Partner gefunden, der über das erforderliche technische Know-How verfügt.

Die Zusammenarbeit mit einem etablierten Hardware-Hersteller war auch deshalb nötig geworden, weil eine Crowdfunding-Kampagne im Jahr 2013 nicht den erhofften Erfolg gebracht hatte. Statt der benötigten 32 Millionen Dollar waren nur etwa 15 Millionen zusammengekommen – zu wenig, um das ehrgeizige Projekt mit dem Arbeitstitel „Edge“ zu stemmen.

Flash Sales-Termine stehen noch nicht fest

Canonical hat angekündigt, das Aquaris E4.5 auf einem ungewöhnlichen Weg an den Mann bringen zu wollen. Der Vertrieb erfolgt zunächst ausschließlich über sogenannte „Flash Sales“. Unter diesem Begriff werden Verkaufsaktionen verstanden, die maximal einige Tage dauern. Die Zeitpunkte sowie die Internetadressen, unter denen das Smartphone bestellt werden kann, sollen in Kürze über die Twitter-Accounts von BQ und Ubuntu bekanntgegeben werden.

Durchschnittliche Ausstattung

Wie der Preis von 180 Franken vermuten lässt, handelt es sich bei dem ersten Ubuntu-Smartphone um ein eher durchschnittlich ausgestattetes Gerät. Die Bildausgabe erfolgt über ein 4,5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln. Die Pixeldichte liegt dementsprechend bei 240 ppi, was verglichen mit aktuellen Modellen von Samsung oder Sony nicht sonderlich viel ist. Als CPU dient ein Quad-Core-Prozessor mit 1,3 GHz. Der Hersteller Mediatek ist in der IT-Welt ein echtes Schwergewicht: Schätzungen zufolge stecken in 60 Prozent aller Fernseher Chips des taiwanesischen Unternehmens.

Auf der Rückseite des Aquaris E4.5 befindet sich eine 8-Megapixel-Kamera, auf der Frontseite eine weitere mit 5 Megapixeln. Der Arbeitsspeicher hat eine Größe von 1 GB. Weiterhin gibt es einen GPS-Empfänger, einen eingebauten Flash-Speicher (8 GB) und einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 32 GB. Die Netzanbindung erfolgt über die Frequenzen 900 MHz (Quad-Band-GSM) und 2.100 MHz (UMTS). LTE wird vorerst nicht unterstützt.

Inhalte werden in Form von Scopes präsentiert

Das Kernstück des Aquaris E4.5 ist das Betriebssystem Ubuntu Phone, welches bisher nur als ROM für wenige Android-Geräte erhältlich war. Ein wesentliches Merkmal stellen inhaltliche Sammlungen („Scopes“) dar, über die Medien wie Musik oder Videos auf einzelnen Homescreens präsentiert werden. Im Unterschied zu den meisten derzeit erhältlichen Smartphones wird beim Aquaris E4.5 nicht zwischen Internet-Medien und selbst erstellten Inhalten unterschieden: Im Video-Bereich beispielsweise werden eigene Videos neben YouTube-Clips angezeigt. Auf diese Weise spart sich der User das Hin- und herwechseln zwischen einzelnen Anwendungen.

Externe Festplatten: Das sollten Sie beim Kauf beachten

Externe Festplatten waren vor einiger Zeit noch ein Luxus, den sich nur wenige Computerbesitzer leisten konnten. Heute sind entsprechende Geräte in jedem Elektronik-Discounter zu haben – teilweise für Preise, die nur knapp über der 50-Franken-Grenze liegen.

Bevor man zuschlägt, sollte man jedoch zunächst einige Informationen sammeln. Als Quelle eignen sich vor allem Computerzeitschriften und Verbraucherportale. Diese haben den Vorteil, dass die Nutzer mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten und negative Aspekte offen ansprechen – ganz im Gegensatz zu Werbeprospekten, in denen die angebotenen Geräte zumeist nur von ihrer Schokoladenseite gezeigt werden.

Wichtig ist auch die Frage, welchem Zweck die Festplatte in erster Linie dienen soll. Benötigt man ein Modell für den Heimbereich, bietet sich eine 3,5-Zoll-Platte an. Die Preise für Modelle mit drei Terabyte (3.000 Gigabyte) beginnen bei etwa 120 Franken. Allerdings sind derartige Platten relativ schwer (bis zu 1,5 Kg) und klobig. Für den Transport eignen sich handliche 2,5-Zoll-Modelle deutlich besser, da diese ein geringeres Gewicht aufweisen und kein externes Netzteil benötigen.

Übrigens: Aktuelle Festplatten sind oftmals im NTFS-Dateisystem vorformatiert, das von vielen DVD-Playern und TV-Geräten nicht erkannt wird. Für eine problemlose Nutzung ist eine Formatierung im FAT32-System erforderlich. Abhilfe schaffen Tools, die im Internet zum Download bereitstehen.

Beim Tempo liegen 3,5-Zöller klar vorne

Was die Arbeitsgeschwindigkeit anbelangt, können kompakte Festplatten ihren größeren Pendants nicht das Wasser reichen. Im Schnitt arbeiten 2,5-Zoll-HDs um 30 Prozent langsamer. Je nach Modell kann diese Differenz aber auch wesentlich größer ausfallen. Die Unterschiede offenbaren sich insbesondere beim Kopieren: Es kann durchaus sein, dass das Überspielen eines DVD-Films vom Rechner mit der einen Platte 45 Sekunden dauert, mit einer anderen dagegen nur 25 Sekunden.

1.000-GB-Modelle sind wahre Preisbrecher

Bei den 2,5-Zöllern bieten momentan die 1-TB-Modelle das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Platz reicht für rund 250.000 MP3-Dateien oder 50 Full-HD-Filme. Anders ausgedrückt: Der Besitzer kann sich dreieinhalb Tage lang ununterbrochen Filme ansehen, ohne auf ein anderes Medium ausweichen zu müssen. Gehört man zur immer kleiner werdenden Gruppe der Download-Freaks, sind 1.000 GB eindeutig zu wenig: In diesem Fall empfiehlt sich eine Platte mit drei oder vier TB.

Nach einem Sturz ist oft Schluss

Für Festplatten gilt dasselbe wie für alle elektronischen Geräte: Wer über lange Zeit Freude an seinem Datenspeicher haben möchte, sollte sorgsam damit umgehen. Im Unterschied zu MP3-Playern, die trotz ihres geringen Preises relativ robust sind, überstehen Festplatten einen Sturz nur selten unbeschadet.

Ein Fall aus zwei Metern Höhe bedeutet oft das Ende – und das, obwohl die meisten Modelle inzwischen über Stahlgehäuse verfügen. Bei rund 50 Prozent aller Festplatten zeigen sich nach Stürzen gravierende Funktionsstörungen. Daten, die vorher intakt waren, weisen auf einmal Fehler auf oder können überhaupt nicht mehr aufgerufen werden. Besonders hoch sind die Ausfallraten bei 2,5-Zöllern: Hier arbeiten lediglich 15 bis 20 Prozent der Platten nach einem Sturz noch einwandfrei.

Die erste lizenzierte Bitcoin-Handelsplattform geht in Betrieb

Bitcoin

In den USA ist vor wenigen Tagen die erste lizenzierte Handelsplattform für Bitcoins eröffnet worden. Die digitale Währung ist seit 2009 im Umlauf und wird Schätzungen zufolge von 50.000 bis 100.000 Menschen regelmäßig genutzt. Mittlerweile werden Bitcoins von einer Vielzahl von Online-Diensten und internetbasierten Geschäften akzeptiert – unter anderem von Dell, overstock.com und Expedia, einem der weltgrößten Reiseportale.

Die erste staatlich genehmigte Bitcoin-Börse, die den einprägsamen Namen „Coinbase“ erhielt, wird von einer namensgleichen Firma mit Sitz im San Francisco betrieben. Die Konzession berechtigt Coinbase, in rund der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten mit dem virtuellen Geld Handel zu treiben.

75 Millionen Dollar Startkapital

In der ersten Finanzierungsrunde gelange es Coinbase, 75 Millionen Dollar einzusammeln. Neben Banken und diversen Venture Capital-Firmen gehört auch die New Yorker Wertpapierbörse NYSE zu den Geldgebern. Der Coinbase-Gründer Fred Ehrsam hofft, dass die Kryptowährung nun ein seriöseres Gesicht bekommt. Im April 2013 war der Kurs nach einem Hackerangriff jäh abgestürzt, ein Jahr später meldete die bis dahin größte Bitcoin-Börse Mt. Gox Insolvenz an. Seit Anfang 2014 hat der Wechselkurs um mehr als 80 Prozent nachgegeben und liegt derzeit bei rund 300 Dollar.

Bis jetzt sprechen die Bitcoins vornehmlich eine Zielgruppe an, die gerne mit Attributen wie „fortschrittsgläubig“ oder „internetaffin“ versehen wird. Das Geld wird in komplizierten Rechenprozessen auf den Computern der Nutzer erschaffen; eine Zentralbank gibt es nicht. Der wirkliche Reiz der Währung liegt jedoch in der Tatsache, dass sie überregional verwendet werden kann und sich dem Einfluss von Regierungen weitgehend entzieht. Dieser „Cool“-Faktor sollte in Zeiten zunehmender Politikverdrossenheit nicht unterschätzt werden: Nicht wenige Beobachter glauben, dass die große Zeit der Bitcoins erst in einigen Jahren anbrechen wird.

Kritiker: Das Bitcoin-System ist nicht tragfähig

Das schwankende Vertrauen in die Bitcoin-Währung ist fraglos auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Zahl der Kritiker stetig zunimmt. Bemängelt wird unter anderem, dass das System Eigenschaften des sogenannten „Ponzi-Schemas“ aufweist. Das auch als „Schneeball-System“ bekannte Prinzip beruht darauf, dass sich immer neue Käufer finden müssen, die bereit sind, das Handelsobjekt – in diesem Falle Bitcoins – zu höheren Preisen zu erwerben. Da das virtuelle Geld keinen materiellen Wert habe, müsse der Kurs irgendwann zwangsläufig auf null fallen, so die Kritiker. Verlieren würde in diesem Fall die große Masse an Nachzüglern, die am Ende mit vollkommen wertlosen Bitcoins dastünden.

Bitcoins gibt es inzwischen auch als Münzen

Entgegen vielen Berichten, die im Netz kursieren, gibt es Bitcoins auch als Münzen – wenn auch in sehr geringer Auflage. So existieren beispielsweise Messingmünzen, deren Vorderseite von einem großen „B“ geziert wird. Der Wert (z.B. „1 Bitcoin“) ist unterhalb des Symbols zu finden. In Großstädten wie Berlin oder Wien gibt es einige Geschäfte, die die Münzen als Zahlungsmittel akzeptieren.

Auch in der Schweiz finden sich einige Szeneläden, in denen man mit Bitcoins bezahlen kann – teilweise per QR-Code, der an der Kasse ausgedruckt und vom Kunden mit dem Smartphone eingescannt wird. Nachdem der Betrag eingegeben und auf das Konto des Inhabers transferiert ist, gilt das Geschäft als abgeschlossen.

Google Glass: Verkauf wird vorerst eingestellt

Google Glass

Dieser Schritt sorgte in der IT-Welt für Aufsehen: Vor wenigen Tagen gab Google das offizielle Aus für die umstrittene Datenbrille „Google Glass“ bekannt. Dem Vernehmen nach soll das gesamte Konzept überarbeitet werden. Ganz auf Eis gelegt ist die zugrunde liegende Technologie aber keineswegs: Offenbar plant Google, sich künftig ganz auf den Industriesektor zu konzentrieren.

Wo genau die Glass-Technologie künftig zum Einsatz kommen soll, ist derzeit noch unklar. Google liebäugelt offenbar mit der Autobranche und der Medizintechnik-Industrie. Eine neue Glass-Version soll noch in diesem Jahr erscheinen; zu den Details schweigt sich der Konzern bislang aus. Bekannt ist dagegen, dass Google beabsichtigt, die Testbedingungen von Glass zu ändern. Anstatt das unfertige Gerät externen Testern zur Verfügung zu stellen, will man die neue Version intern fertigstellen.

Geringes Verbrauchinteresse

Dass die Verkaufszahlen der Datenbrille hinter den Erwartungen der Verantwortlichen zurückblieben, hatte sich bereits vor einigen Monaten angedeutet. Zuletzt war das Interesse seitens der Verbraucher so gering, dass nur noch wenige Einheiten abgesetzt werden konnten. Zudem gab es nur noch ein Handvoll Entwickler, die Apps für das System bereitstellten. Dass das Unternehmen daraufhin den Stecker zog, ist die logische Konsequenz – selbst ein milliardenschwerer Konzern wie Google kann es sich langfristig nicht leisten, einen Ladenhüter im Programm zu haben.

Das Glass-Projekt soll nun komplett neu ausgerichtet werden, um einen Neuanfang möglich zu machen. Zu diesem Zweck engagierte Google den Apple-Manager Tony Fadell, der sich künftig um die Produktentwicklung kümmern soll. Die bisherige Projektleiterin Ivy Ross wechselt ins operative Geschäft, ist jedoch weiter an der Fortführung des Projekts beteiligt.

Trotz allem: Der Augmented Reality gehört die Zukunft

Im Oktober 2014 wurde bekannt, dass Google gemeinsam mit dem Chiphersteller Qualcomm und weiteren Geldgebern 542 Millionen Dollar in das Startup-Unternehmen Magic Leap investieren wird. Der Coup sorgte weltweit für Schlagzeilen und gab reichlich Anlass zur Spekulation. Der Magic Leap-Gründer Rony Abovitz ist in der Technologiebranche kein Unbekannter: Im Jahr 2004 rief er gemeinsam mit dem Arzt Maurice Ferre die Mako Surgical Corporation ins Leben. Im September 2013 fusionierte der Medizingerätehersteller mit dem Konkurrenten Stryker Medical. Mako hält mehr als 300 Patente und zählt seit Jahren zu den am stärksten wachsenden Technologiefirmen der USA.

Über die Unternehmensziele von Magic Leap ist bislang nur wenig bekannt. Das Promotion-Video auf der firmeneigenen Webseite deutet jedoch an, wohin die Reise geht: Offenbar arbeitet man an einer Technologie, die es erlaubt, in die virtuelle Welt einzutauchen. Das Besondere dabei ist, dass der Nutzer sich dazu nicht von der analogen Welt abschotten muss. Stattdessen soll die Realität mit virtuellen Gegenständen angereichert werden. Im Video ist ein Elefant zu sehen, der von Kinderhänden getragen wird – ein wahrhaft „magisches“ Erlebnis.

Das erste Magic Leap-Produkt ist auf dem Weg zur Marktreife

In einem Interview mit dem Wall Street Journal sagte Abovitz, dass Magic Leap ein Wearable entwickelt, das 3-D-Objekte auf beide Augen projiziert. Der User nimmt diese so wahr, als seien sie Teil der Wirklichkeit. Beobachter vermuten, dass es sich bei dem Produkt nicht um ein holografisches Display, sondern um eine Brille handelt. Damit scheint klar, warum sich Google bei Magic Leap eingekauft hat: Sollte das Glass-Projekt weiterhin erfolglos bleiben, hat der Konzern mit seiner Beteiligung dennoch ein As im Ärmel. Die Profitmöglichkeiten im Augmented Reality-Sektor sind auf lange Sicht mindestens ebenso groß wie jene im Suchmaschinengeschäft – darin sind sich nahezu alle IT-Experten einig.